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ADHS / ADS, BERATUNG, DIAGNOSTIK UND THERAPIE

ADHS oder auch die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung besteht aus den drei Kernsymptomen Aufmerksamkeits-, Hyperaktivitäts- und Impulsstörung. Bei ADS liegt ein Defizit der Aufmerksamkeit, die Betroffenen sind jedoch nicht hyperaktiv.

Charakteristisch für ADHS ist laut ICD 10 der frühe Beginn, meist innerhalb der ersten fünf Lebensjahre. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie, eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich, Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie eher unbeliebt und können isoliert sein. Häufig liegt ein niedriges Selbstwertgefühl vor.

Aus unserem Praxisalltag wissen wir jedoch, dass ein unruhiges Kind mit einem erhöhten Bewegungsdrang und Schwierigkeiten bei der Konzentration nicht automatisch unter ADHS oder ADS leidet. Sowohl emotionale Belastungen (z.B. diverse Ängste) als auch psychosoziale Belastungen (z.B. Trennung der Eltern, Spannungen innerhalb der Familie) können bei Kindern und Jugendlichen ebenso zu Verhaltensauffälligkeiten im Alltag führen. Auch schulische Belastungen (Überforderung, Unterforderung, Teilleistungsstörungen etc.) können sich durch Symptome wie Ablenkbarkeit und Unruhe zeigen. Weiterhin können die oben beschriebenen Symptome organische Ursachen haben. Eine Fehlsichtigkeit, Hörstörungen oder eine Störung der Schilddrüse können zumindest als Symptomverstärker fungieren.

Eine Abgrenzung zu anderen psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen, Bindungsstörungen oder Autismus ist ebenfalls unentbehrlich, da sich Symptome überlappen können.

Daher gehört zu der Erstellung der Diagnose ADHS oder ADS, abgesehen von einer Abklärung organischer Ursachen beim Kinderarzt oder Hausarzt, immer auch eine fundierte Diagnostik bei einem Facharzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Eine reine „Blickdiagnostik” bei entsprechend geringem Zeitaufwand ist daher nicht ausreichend und wird den Betroffenen und ihren Familien nicht gerecht, denn letztendlich wird anhand der fundierten Diagnostik über die therapeutische Vorgehensweise entschieden. Je nach Ergebnis wird entschieden, ob ein Abwarten ausreicht oder ergotherapeutische, lerntherapeutische, pädagogische oder psychotherapeutische Begleitung notwendig ist. In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Unterstützung hilfreich sein.

Bei der Diagnostik der ADHS oder ADS orientieren wir uns an den jeweils aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Wir benutzen verschiedene Screenings und Konzentration-Tests. Zu einer fundierten Diagnostik gehört selbstverständlich auch eine Intelligenz- und Entwicklungsdiagnostik dazu.

ERNÄHRUNGSWISSENSCHAFTLICHE BERATUNG

 

Ernährung spielt in unserem Alltag eine zentrale Rolle. Mindestens dreimal täglich sind wir mit dem Thema „Essen“ konfrontiert. Sie kennen sicherlich auch folgende Fragen wie „Was koche ich heute?“, „Was kann ich essen?“ und „Was ist gesund?“.

Zum Thema Ernährung gibt es viele Meinungen und Ideen von vielen Fachleuten. Die Wirklichkeit spricht leider eine andere Sprache: Obwohl wir Zugang zu allen möglichen Lebensmitteln haben, leiden laut Statistik etwa die Hälfte aller Menschen in Deutschland an Übergewicht, die Tendenz ist eher steigend.

Weiterhin spielen zusätzliche Faktoren wie z.B. Bewegungsmangel, seelische Belastungen zunehmend eine wichtige Rolle. Eine interne Erhebung in unserer Praxis während des Corona-Lockdowns ergab bei der Hälfte unserer Patient:innen eine durchschnittliche Gewichtserhöhung von zwei bis drei Kilo, auch hier ist die Tendenz steigend.

Unsere Ernährungsberaterin Frau Salomon beantwortet sehr gerne Ihre allgemeinen und speziellen Ernährungsfragen und arbeitet mit Ihnen und Ihren Kindern gemeinsam an der Umsetzung der Ernährungsempfehlungen. Die Beratung findet in unseren Praxisräumen als individuelle Einzelberatung statt. Zusätzlich bieten wir bei Bedarf Elternschulungen an.

LERNTHERAPEUTISCHES ANGEBOT

Im schulischen Kontext kann es zu Lern- und Leistungsstörungen kommen wie z. B. Konzentrationsproblemen und Auffälligkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen. Seit dem Corona Lockdown beobachten wir eine deutliche Zunahme der Problematik.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen immer Sie als Familie. Denn weist ein Kind oder ein Jugendlicher Lern- und Leistungsstörungen auf, macht sich dies nicht nur in der Schule bemerkbar. Die Familien sind oft durch Lernprobleme überfordert, genauso leidet das Selbstbewusstsein des Kindes bzw. Jugendlichen.

Dabei zeigt sich, dass vermehrtes häusliches Üben oder schulische Fördermaßnahmen allein nicht ausreichen und dass sich trotz Mehraufwand keine Erfolge einstellen. Die Kinder und Jugendlichen verlieren zunehmend das Vertrauen in ihr eigenes Können, es droht Schulunlust bis hin zu Schulverweigerung.

Basierend auf einer fundierten Diagnostik (Überprüfung von z.B. Lese- und Rechtschreibstörung, Rechenstörung, Konzentrationsstörung) werden zunächst die Lernschwierigkeiten Ihres Kindes abgeklärt und die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen besprochen. Je nach Befundergebnis wird mit Ihnen erörtert, welche Art von Unterstützung Ihr Kind benötigt, um die Lernproblematik überwinden zu können.

Unser lerntherapeutisches Angebot findet in der Regel einmal wöchentlich in unseren Räumlichkeiten statt. Bei Interesse melden Sie sich einfach und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

KOPFSCHMERZBERATUNG

 

In Rahmen einer internen Erhebung in unserer Praxis konnten wir feststellen, dass rund 50% aller unserer weiblichen Patientinnen und rund 30% unserer männlichen Patienten über regelmäßige, im Alltag stark einschränkende Kopfschmerzen klagen.

Bei einer genaueren Betrachtung der Daten stellte sich heraus, dass ein Anteil von fast 70% der Patientinnen, die älter als 14 Jahre sind, wöchentlich mehr als zwei Kopfschmerzereignisse beschreiben.

Kopfschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben: Neben körperlichen Ursachen können seelische Erkrankungen, Überforderungen, aber auch Unterforderungen im schulischen Kontext und Stresssituationen zu einer vermehrten Kopfschmerzproblematik führen. Diese kann zu schulischem Leistungsabfall, Schulfehltagen, Schulangst, sozialem Rückzug, Aufgabe von sportlichen Aktivitäten, Zunahme von Konflikten innerhalb der Familie und Entwicklung von seelischen Erkrankungen wie Depressionen und Ängsten führen.

AUTISMUS DIAGNOSTIK

 

Es wird davon ausgegangen, dass ca. 1-2 Prozent der Menschen autistisch sind. Es ist wichtig zu wissen, dass es nicht „den Autisten“ gibt! Autismus ist eher ein Spektrum, d.h. das Bild der betroffenen Menschen kann sehr stark variieren. Während die einen z.B. gar nicht sprechen können, können andere sehr gut sprechen. Menschen mit Autismus haben gegenüber nicht-autistischen Menschen eine andere Wahrnehmungsverarbeitung, eine andere Art von sozialer Interaktion und Kommunikation. Etwas, was bei vielen nicht-autistischen Menschen auf Unverständnis und sogar Ablehnung stößt. Dies kann sich wiederum negativ auf die Entwicklung von autistischen Kinder und Jugendlichen auswirken. Daher ist es wichtig, rechtzeitig einen Autismus zu diagnostizieren, um ggf. die Familien und Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag zu unterstützen.

Eine Autismus-Diagnostik kann sehr aufwendig und komplex sein. Die Autismus Diagnostik in unserer Praxis orientiert sich an den jeweils aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Wir benutzen Screening-Tests wie den FSK (Fragebogen zur sozialen Kommunikation) und als standardisierte Untersuchungsmethode die diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS). Zu einer fundierten Diagnostik gehört selbstverständlich auch eine Intelligenz- und Entwicklungsdiagnostik dazu.

Portrait Mani Sina

Da wir zur besseren Versorgung unserer Patient:innen in Netzwerken zusammenarbeiten, kooperieren wir eng mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum Leverkusen.

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